Tiefgaragen stellen besondere Anforderungen an die Beleuchtung: Dauerbetrieb rund um die Uhr, plötzliche Hell-Dunkel-Übergänge an der Einfahrt und hohe Sicherheitsanforderungen für Fußgänger und Fahrzeuge. Wer hier auf LED mit DALI-Steuerung setzt, spart nicht nur Energie, sondern erhöht auch die Betriebssicherheit.
Beleuchtungsnormen für Tiefgaragen in Österreich
Für Tiefgaragen in Österreich gilt die ÖNORM EN 12464-1. Besonders kritisch ist der Übergang zwischen Tageslicht und Garageninnenraum: Beim Einfahren an einem sonnigen Tag brauchen die Augen Zeit, um sich an die Dunkelheit zu gewöhnen – deshalb ist im Einfahrtsbereich tagsüber deutlich mehr Licht vorgeschrieben als im übrigen Garagenbereich.
| Bereich | Norm (Lux) | Anmerkung |
|---|---|---|
| Einfahrt/Ausfahrt (tagsüber) | 300 | Adaptationsstrecke für die Augen |
| Einfahrt/Ausfahrt (nachts) | 75 | Angleich an Umgebungshelligkeit |
| Fahrgassen und Stellplätze | 75 | Gleichmäßigkeit U₀ ≥ 0,4 |
| Schrankenbereich / Kartenautomat | 300 | Bedienkomfort |
| Fluchtwege | Nach ÖNORM EN 1838 / ÖVE-ÖNORM EN 50172 | Sicherheitsbeleuchtung, Notlichtdauer meist 60 Min. |
| Brandschutzeinrichtungen (Feuerlöscher, Hydranten) | 5 (vertikal) | Auffindbarkeit im Notfall |
Zusätzlich gilt: Leuchten für Tiefgaragen benötigen mindestens Schutzart IP54, da mit Feuchtigkeit, Streusalz und Abgasen zu rechnen ist. Frei strahlende Leuchten ohne Abdeckung sind ungeeignet – sie verschmutzen schnell und blenden anfahrende Fahrzeuglenker.
DALI in der Tiefgarage: automatisch dort hell, wo gerade gefahren wird
Da Tiefgaragen 24 Stunden am Tag beleuchtet sein müssen, aber nur einen Bruchteil der Zeit tatsächlich befahren werden, ist eine intelligente Steuerung hier besonders wirkungsvoll.

Funktionsprinzip:
- Jede Leuchte hängt an einem DALI-Bus und ist einzeln adressierbar (Standard IEC 62386).
- Präsenzsensoren erkennen einfahrende Fahrzeuge oder Fußgänger und dimmen die Leuchten in der jeweiligen Fahrgasse hoch – benachbarte, unbelegte Bereiche bleiben auf einem reduzierten Grundlicht (z. B. 10–20 %) statt komplett auszuschalten.
- Das Licht "wandert" so mit dem Fahrzeug durch die Garage, ohne dass es je völlig dunkel wird.
- Die zentrale Steuerung übernimmt zusätzlich den automatischen Funktionstest der Sicherheitsbeleuchtung – ein gesetzlich vorgeschriebener Test, der ohne DALI meist manuell und zeitaufwendig durchgeführt werden muss.
- Störungen einzelner Leuchten werden sofort an die Haustechnik gemeldet, ohne dass jemand die Garage begehen muss.
Einsparpotenzial: Beispielrechnung für eine Tiefgarage in Wien
Als Beispiel dient eine typische Tiefgarage einer Wiener Wohnhausanlage: ein Untergeschoß, rund 100 Stellplätze, Gesamtfläche ca. 2.500 m² (inkl. Fahrgassen), Betrieb durchgehend 24 Stunden am Tag. Angenommener Gewerbestrompreis: 0,35 €/kWh.
Für diese Fläche werden rund 120 Leuchtstellen benötigt (LED-Wannenleuchten bzw. Linearleuchten mit IP54).
Szenario 1 – LED ohne Steuerung, Dauerbetrieb
- Leistung: 120 × 36 W ≈ 4,3 kW
- Betrieb: 24 h/Tag auf voller Leistung
- Jahresverbrauch: ca. 37.800 kWh
- Jahreskosten: ca. 13.230 €
Szenario 2 – LED mit DALI-Steuerung (Präsenzsensoren, Grundlicht in Ruhezonen)
- Gleiche LED-Leistung wie Szenario 1, aber nur die aktiv befahrene Fahrgasse läuft auf 100 %, der Rest der Garage auf ca. 15–20 % Grundlicht
- Im Schnitt effektive Leistung ca. 30–35 % der Volllast über den Tag
- Jahresverbrauch: ca. 12.500 kWh
- Jahreskosten: ca. 4.375 €
- Einsparung gegenüber Szenario 1: ca. 67 %
Bei einer Amortisationszeit von in der Regel 2–3 Jahren rechnet sich die DALI-Nachrüstung besonders in Garagen mit langen Betriebszeiten und geringer tatsächlicher Verkehrsdichte – also praktisch in jeder Wohnhaus-Tiefgarage.